Wir kamen wegen Lissabon und fuhren mit Porto im Herzen wieder nach Hause
Wenn man an Portugal denkt, landet man fast automatisch bei Lissabon. So ging es uns jedenfalls vor dieser Reise. Die portugiesische Hauptstadt stand ganz oben auf unserer Wunschliste. Dazu kamen spektakuläre Küstenlandschaften, mehrere UNESCO-Welterbestätten und natürlich zwei Fußballspiele, die perfekt in unseren Reisezeitraum passten.
Eigentlich schien bereits vor der Abreise klar zu sein, welches Highlight uns erwarten würde. Zwölf Tage später sah das ganz anders aus.
Denn obwohl uns Lissabon begeistert hat, war es Porto, das uns völlig überrascht hat. Die entspannte Atmosphäre, die beeindruckende Altstadt am Douro und die Leidenschaft rund um den FC Porto sorgten dafür, dass wir mit einer neuen Lieblingsstadt nach Hause zurückkehrten.
Unsere Portugal-Rundreise führte uns von Lissabon über Sintra, Cabo da Roca, Praia Adraga und Évora bis nach Tomar, Batalha, Alcobaça und Porto. Dazwischen lagen spektakuläre Küstenabschnitte, historische Klöster, beeindruckende Aussichtspunkte und viele kleine Momente, die eine Reise unvergesslich machen.
Ende Oktober hatten wir überwiegend angenehmes Reisewetter. Häufig konnten wir tagsüber sogar die Jacke ausziehen. Nur in Sintra zeigte sich Portugal von seiner nassen Seite. Dort regnete es teilweise wie aus Eimern, was allerdings der beeindruckenden Kulisse keinen Abbruch tat.
Unsere Route durch Portugal

Lissabon: Unser Start in Portugal
Nach der Ankunft übernahmen wir unseren Mietwagen und machten uns direkt mit dem elektronischen Mautsystem vertraut. Die ersten Kilometer verliefen überraschend entspannt und schon bald erreichten wir unser erstes Hotel, das VIP Executive Zurique Hotel(*).
Rückblickend würden wir jederzeit wieder mit dem Auto durch Portugal reisen. Die Autobahnen waren in einem hervorragenden Zustand und dank des elektronischen Mautsystems verlief die Abrechnung unkompliziert. Trotzdem mussten wir gelegentlich schmunzeln, denn die klassischen Mauthäuschen, wie wir sie aus Italien oder Kroatien kennen, haben wir fast ein wenig vermisst.
Da wir nur eine Nacht bleiben wollten, lag unser Fokus auf einem ganz besonderen Programmpunkt. Dem Spiel von Benfica Lissabon gegen GD Chaves im legendären Estádio da Luz.
Estadio de la Luz | Heimat von Benfica Lissabon
Für Groundhopper gehört ein Stadionbesuch oft genauso zu einer Reise wie berühmte Sehenswürdigkeiten. Das Estádio da Luz stand deshalb schon lange auf unserer Wunschliste.
Als Benfica mit 5:0 gegen GD Chaves gewann, sammelten wir unseren Länderpunkt in Portugal und erlebten gleichzeitig die besondere Atmosphäre eines der größten Stadien des Landes.

💡 Groundhopping-Daten
- Estádio da Luz
- Primeira Liga
- Benfica Lissabon – GD Chaves 5:0
- 29.10.2022
- 54.990 Zuschauer
Grüne Oase mitten in der Großstadt
Am nächsten Morgen nutzten wir die Zeit für einen Spaziergang durch den Park des Museu Calouste Gulbenkian. Nach dem Trubel rund um das Stadion war die weitläufige Grünanlage der perfekte Kontrast und ein entspannter Einstieg in unsere Portugal-Rundreise.
❤ Gerade nach einer Anreise tut es gut, nicht sofort von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen. Der Park war für uns genau der richtige Start in die Reise.

Sintra: Märchenschlösser und UNESCO-Welterbe
Nur wenige Orte in Europa wirken so märchenhaft wie Sintra.
Bereits die Anfahrt durch die bewaldeten Hügel vermittelt das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen. Das absolute Highlight ist natürlich der farbenfrohe Palácio da Pena, der hoch über der Landschaft thront.
Doch Sintra besteht aus weit mehr als nur diesem einen Schloss.
Mit dem Castelo dos Mouros, dem Palácio Nacional, dem Palácio de Monserrate und dem Convento dos Capuchos gehört die gesamte Kulturlandschaft seit 1995 zum UNESCO-Welterbe.
💡 Plant genügend Zeit ein. Sintra ist deutlich größer, als es auf der Karte wirkt.

Cabo da Roca und Praia Adraga: Die wilde Atlantikküste
Nach den kulturellen Höhepunkten von Sintra zog es uns an die Küste.
Am Cabo da Roca steht man am westlichsten Punkt des europäischen Festlands. Vor uns lagen nur noch die gewaltigen Wellen des Atlantiks.

Praia Adraga
Noch stärker beeindruckte uns die Praia Adraga.
Zwischen hohen Felsformationen und dem tosenden Atlantik entstanden einige unserer Lieblingsfotos der Reise. Die Kombination aus Strand, Klippen und Brandung macht diesen Ort zu einem echten Geheimtipp für Fotografen.

❤ Wenn wir uns für einen Ort entlang der Küste entscheiden müssten, wäre es die Praia Adraga. Die Kombination aus wilder Brandung, mächtigen Felsen und den ständig wechselnden Lichtstimmungen machte diesen Abschnitt der Atlantikküste für uns zu einem der schönsten Fotospots der gesamten Reise.
Évora und Almada: Geschichte und Aussicht

Unser Tagesausflug nach Évora führte uns tief in die portugiesische Geschichte. Zwischen römischem Tempel, Kathedrale und mittelalterlicher Altstadt zeigt sich Portugal von einer völlig anderen Seite als an der Küste.
Besonders eindrucksvoll war die berühmte Capela dos Ossos. Die Wände der Kapelle bestehen aus den Knochen und Schädeln von mehr als 5.000 Menschen. Ein ungewöhnlicher Ort, der lange in Erinnerung bleibt.

Almada und Cristo Rei
Auf der Rückfahrt legten wir noch einen Stopp in Almada ein. Der Blick vom Cristo Rei über den Tejo auf Lissabon gehört zweifellos zu den schönsten Aussichten der Region.

Tomar, Batalha und Alcobaça: Drei UNESCO-Welterbestätten an einem Tag
Dieser Ausflug gehörte zu den kulturellen Höhepunkten unserer Portugal-Reise. Innerhalb eines Tages besuchten wir gleich drei UNESCO-Welterbestätten, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Tomar: Auf den Spuren der Tempelritter

Das Convento de Cristo thront oberhalb der Stadt und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken Portugals. Schon beim Betreten spürt man die Geschichte der Tempelritter, die diesen Ort geprägt haben.
💡 Von den drei UNESCO-Klöstern ist uns Tomar besonders in Erinnerung geblieben. Vielleicht lag es an der Geschichte der Tempelritter, die man sonst eher aus Filmen und Dokumentationen kennt. Genau deshalb wirkte das Convento de Cristo auf uns noch faszinierender als die anderen Klosteranlagen.
Batalha: Portugals Meisterwerk der Gotik
Das Mosteiro de Santa Maria da Vitória beeindruckte uns vor allem durch seine Dimensionen. Besonders die unvollendeten Kapellen zählen zu den eindrucksvollsten Bauwerken, die wir in Portugal gesehen haben.

Alcobaça: Die Geschichte von Pedro und Inês
Zum Abschluss besuchten wir das Kloster von Alcobaça. Neben der Architektur faszinierte uns vor allem die tragische Geschichte von Dom Pedro I. und Inês de Castro, deren Gräber noch heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Anlage zählen.

Porto: Die große Überraschung unserer Reise
Eigentlich hatten wir erwartet, dass Lissabon das Highlight unserer Reise werden würde.
Doch Porto gewann unser Herz.
Die Stadt wirkt entspannter, authentischer und gleichzeitig beeindruckender, als wir es erwartet hätten. Die steilen Straßen, die Azulejos an den Hausfassaden, die Aussichtspunkte entlang des Douro und die besondere Atmosphäre machten jeden Spaziergang zu einem Erlebnis.
Porto zu Fuß entdecken
Die beste Art, Porto kennenzulernen, ist ein Spaziergang durch die Altstadt.
Von der Igreja de Santo Ildefonso über den berühmten Bahnhof São Bento bis zur Uferpromenade der Ribeira entdeckt man ständig neue Perspektiven.

💡 Gute Schuhe sind Pflicht. Die Straßen sind steil und oft mit Kopfsteinpflaster versehen.
Champions League im Estádio do Dragão
Ein weiteres Highlight wartete am Abend. Im Estádio do Dragão erlebten wir das Champions-League-Spiel zwischen dem FC Porto und Atlético Madrid.
Die Atmosphäre war elektrisierend und machte den Stadionbesuch zu einem der absoluten Höhepunkte der Reise.

💡 Groundhopping-Daten
- Estádio do Dragão
- Champions League
- FC Porto – Atlético Madrid 2:1
- 01.11.2022
Ribeira und Vila Nova de Gaia
Die Ribeira gehört zweifellos zu den schönsten Vierteln Portos. Direkt am Douro reihen sich bunte Häuser aneinander, während die berühmte Ponte Dom Luís I Porto mit Vila Nova de Gaia verbindet.

❤ Eigentlich hatten wir Lissabon als Höhepunkt dieser Reise eingeplant. Doch Porto hat uns völlig überrascht. Die Stadt wirkte kleiner, entspannter und gleichzeitig unglaublich charmant. Besonders die verwinkelten Gassen, die historischen Fassaden und der Bahnhof São Bento machten Porto für uns zu dem Ort, an den wir am liebsten sofort zurückkehren würden.
Unsere schönsten Eindrücke aus Portugal
Pastéis de Nata – Unsere süße Portugal-Schwäche
Es gibt diese Spezialitäten, die man einmal probiert und anschließend ständig wieder kauft. Für uns waren das definitiv die Pastéis de Nata. Sobald wir irgendwo eine Bäckerei oder einen Verkaufsstand entdeckten, konnten wir kaum widerstehen. Die kleinen portugiesischen Puddingtörtchen gehörten schnell zu unserem täglichen Reiseprogramm.
Unsere Unterkünfte in Portugal
Unsere Hotels
Lissabon: VIP Executive Zurique Hotel*
Sintra: Sintra Sol – Apartamentos Turisticos*
Porto: TRYP by Wyndham Porto Centro Hotel*
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Fazit
Portugal hat uns mit seiner Vielfalt überrascht. Zwischen historischen Klöstern, spektakulären Küstenlandschaften, beeindruckenden Städten und zwei besonderen Fußballabenden erlebten wir eine Reise, die deutlich abwechslungsreicher war, als wir ursprünglich erwartet hatten.
Eigentlich reisten wir wegen Lissabon nach Portugal. Zurück kamen wir mit Porto im Herzen.



































