Mauritius war unsere erste Fernreise überhaupt.
Bis dahin waren wir überwiegend innerhalb Europas unterwegs. Für unsere nächste Reise suchten wir etwas Besonderes, das gut in unsere Reisezeit passte und gleichzeitig mehr bot als nur Strandurlaub.
Mauritius überzeugte uns sofort mit seiner Mischung aus tropischer Natur, einer faszinierenden Flora und Fauna sowie den vielen kulturellen Einflüssen, die bis heute das Leben auf der Insel prägen.
Schon beim Anflug wurde deutlich, dass uns hier etwas völlig anderes erwartete als unsere bisherigen Reisen. Türkisfarbenes Wasser, grüne Berge und helle Sandstrände begleiteten unseren ersten Blick auf die Insel.
Für den Flug von Frankfurt entschieden wir uns für die Premium Economy Class. Gerade auf dieser langen Strecke machte sich das für uns bezahlt. Etwas mehr Platz und Komfort sorgten für einen entspannten Start in unsere erste Fernreise.
Da wir bereits früh am Morgen ankamen, mussten wir im Hotel noch etwas auf unser Zimmer warten. Wirklich gestört hat uns das nicht. Schließlich lag der Strand direkt vor der Tür.
Und ganz ehrlich: Schlechter kann man seine Wartezeit kaum verbringen.

Unsere Reise
Flug & Hotel
Für unseren Flug von Frankfurt nach Port Louis wählten wir die Premium Economy Klasse, die sich als angenehm erwies. Die breiteren Sitze und die Auswahl an Speisen machten die Reise entspannt und unterhaltsam.
Die Wahl der Premium Economy machte unseren langen Flug nach Mauritius angenehm.
Während unseres Aufenthalts wohnten wir im Hotel Le Meridien Ile Maurice* an der Nordküste der Insel.
Von hier aus starteten wir unsere Ausflüge quer über Mauritius. Die Lage erwies sich für eine Standortrundreise als ideal, da viele Sehenswürdigkeiten gut erreichbar waren und das Meer trotzdem direkt vor der Tür lag.
Bereits nach den ersten Stunden wurde klar, dass wir mit der Wahl des Hotels alles richtig gemacht hatten. Tagsüber erkundeten wir die Insel, morgens und abends konnten wir die entspannte Atmosphäre direkt am Meer genießen.

👉 Wer Mauritius individuell erkunden möchte, ist mit einem festen Hotelstandort und Tagesausflügen bestens beraten. So bleibt die Reise entspannt und trotzdem flexibel.
Mauritius mit dem Mietwagen entdecken
Für unsere Rundreise über die Insel entschieden wir uns für einen Mietwagen.
Rückblickend war das vermutlich eine der besten Entscheidungen des gesamten Urlaubs. Öffentliche Verkehrsmittel hätten uns deutlich weniger Flexibilität geboten und viele spontane Stopps wären gar nicht möglich gewesen.
Unser Begleiter war ein kleiner Hyundai i20 mit Stufenheck.
Die größere Herausforderung war allerdings nicht das Auto, sondern der Linksverkehr.
Die ersten Kilometer waren durchaus unterhaltsam. Während ich eigentlich blinken wollte, landete meine Hand regelmäßig beim Scheibenwischer. Offenbar musste mein Gehirn erst lernen, dass auf Mauritius vieles spiegelverkehrt funktioniert. Nach kurzer Zeit stellte sich jedoch Routine ein und wir konnten die Insel völlig entspannt auf eigene Faust erkunden.
👉 Lasst euch vom Linksverkehr nicht abschrecken. Nach den ersten Kilometern gewöhnt man sich überraschend schnell daran.
Cap Malheureux
Unser erster Ausflug führte uns nach Cap Malheureux.
Die kleine Kirche Notre Dame Auxiliatrice mit ihrem roten Dach zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen von Mauritius.
Ehrlich gesagt ist die Kirche selbst nicht besonders groß. Trotzdem gehört sie für uns zu den schönsten Fotospots der Insel. Die Kombination aus dem roten Dach, dem türkisfarbenen Meer und den vorgelagerten Inseln wirkt fast unwirklich.
Genau dieses Motiv findet man in nahezu jedem Reiseführer über Mauritius. Und tatsächlich stand die Kirche genauso vor uns, wie wir sie von unzähligen Bildern kannten.
Natürlich haben wir auch das klassische Postkartenmotiv fotografiert.

Mein Lieblingsfoto entstand allerdings ein paar Schritte weiter.
Während viele Besucher die Kirche fotografierten, fiel mein Blick auf drei Männer und ihr kleines Boot. Im Hintergrund das berühmte Wahrzeichen von Mauritius, im Vordergrund völlige Ruhe.
Diese Szene strahlte eine unglaubliche Gelassenheit aus. Für mich erzählte dieses Bild deutlich mehr über Mauritius als jede perfekte Postkartenaufnahme.
Genau solche Momente bleiben mir von Reisen oft stärker in Erinnerung als die eigentliche Sehenswürdigkeit.


Botanischer Garten | Pamplemousses Gardens
Einer unserer letzten Ausflüge führte uns in den berühmten Botanischen Garten von Pamplemousses.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir den Mietwagen bereits abgegeben und machten uns deshalb mit dem Taxi auf den Weg.
Besonders gespannt war ich auf die riesigen Wasserlilien, die man aus vielen Mauritius-Berichten kennt. Tatsächlich gehören sie bis heute zu den beeindruckendsten Pflanzen, die wir jemals gesehen haben.
Zwischen tropischen Gewächsen, Palmen und schattigen Wegen wirkt der Garten wie eine kleine grüne Oase.
Hier konnte man sich wunderbar treiben lassen und ständig neue Details entdecken.

💡 Plant für den Garten mindestens zwei Stunden ein. Die Anlage ist deutlich größer, als sie auf den ersten Blick wirkt.
Sagar Shiv Mandir
Der Sagar Shiv Mandir war einer unserer ersten Ausflüge mit dem Mietwagen. Die Strecke eignete sich perfekt, um erste Erfahrungen im Linksverkehr zu sammeln.
Der Tempel liegt direkt am Meer und gehört zu den schönsten hinduistischen Heiligtümern der Insel. Besonders beeindruckend fanden wir die Lage auf dem Wasser.
Früher wirkte der Tempel bei Flut fast wie schwebend im Meer. Heute verbindet eine schmale Brücke das Heiligtum mit dem Festland.

Fast noch besser gefiel uns jedoch die Küstenlandschaft rund um den Tempel.
Die sogenannte „Küste des Windes“ zeigte sich deutlich rauer als viele andere Regionen von Mauritius. Hier wirkte die Insel ursprünglicher und weniger touristisch.

Chamarel und die siebenfarbige Erde


Chamarel gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Mauritius. Die berühmten siebenfarbigen Erden waren ehrlich gesagt etwas kleiner, als wir sie uns vorgestellt hatten. Trotzdem lohnt sich der Besuch. Besonders bei Sonnenschein wirken die verschiedenen Rot-, Braun- und Lilatöne erstaunlich intensiv.
Direkt auf dem Gelände begegneten wir außerdem einigen Riesenschildkröten. „Niedlich“ ist vermutlich nicht das erste Wort, das einem bei rund 150 Kilogramm Gewicht einfällt. Beeindruckend trifft es deutlich besser.
Nicht weit entfernt befinden sich die Chamarel-Wasserfälle. Über 90 Meter stürzt das Wasser hier in die Tiefe und verschwindet zwischen dichtem Grün. Für uns gehörte dieser Aussichtspunkt zu den schönsten Naturkulissen der Reise.

Grand Bassin – Spiritualität, Shiva und clevere Affen


Grand Bassin, auch Ganga Talao genannt, zählt zu den wichtigsten religiösen Orten der Insel. Bereits die riesige Shiva-Statue macht deutlich, welche Bedeutung dieser Ort für die hinduistische Gemeinschaft auf Mauritius besitzt.
Rund um den heiligen See herrscht eine besondere Atmosphäre. Tempel, Gebetsstätten und die umliegende Natur schaffen einen Ort, der selbst Besucher ohne religiösen Bezug beeindruckt. In Erinnerung geblieben sind uns allerdings nicht nur die Tempel.
Hier waren nämlich auch die Affen unterwegs. Die kleinen Kerle hatten offensichtlich längst verstanden, wo es kostenloses Essen gibt. Mehrfach konnten wir beobachten, wie sie Opfergaben der Gläubigen stibitzten und anschließend mit ihrer Beute auf Bäume oder Strommasten flüchteten. Dort saßen sie dann scheinbar vollkommen zufrieden und beobachteten das Geschehen von oben.
So respektvoll und ruhig die Menschen ihre Opfergaben niederlegten, so geschickt nutzten die Affen jede Gelegenheit.
❤ Taschen und Snacks besser nicht unbeaufsichtigt lassen. Die kleinen Diebe sind deutlich cleverer, als sie aussehen.
Wanderung auf den Piton de la Petite Rivière Noire
Auf diesen Ausflug hatte ich mich während der gesamten Reise am meisten gefreut. Der Piton de la Petite Rivière Noire ist mit 828 Metern der höchste Berg von Mauritius.
Entgegen unserer Erwartungen war die Wanderung gar nicht besonders anstrengend. Die eigentliche Herausforderung bestand darin, nicht permanent im Matsch auszurutschen. Durch den Regen waren einige Abschnitte überraschend rutschig geworden.
Über weite Strecken liefen wir durch feuchte Wege und mussten immer wieder lachen, weil unsere Schuhe mehr und mehr wie Schlammklumpen aussahen.
Kurz vor dem Gipfel wartete allerdings noch eine letzte Herausforderung. Die letzten Meter führten steil nach oben und mussten mithilfe eines Seils bewältigt werden.
Natürlich hätten wir den vollständigen Gipfel gerne erreicht. Trotzdem war die Entscheidung richtig.
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Regen deutlich zugenommen. Da wir keinerlei Erfahrung mit solchen Passagen hatten und vor allem nicht wussten, wie wir anschließend wieder sicher herunterkommen würden, entschieden wir uns gegen die letzten Meter.
Manchmal ist Vernunft eben die bessere Entscheidung.
Auch ohne die letzten Meter war die Aussicht spektakulär.


Unseren Rundgang haben wir mit komoot getrackt. Mit dem QR-Code könnt ihr unsere Route einsehen und nachgehen.
Seht es mir nach, es war eine meiner ersten getrackten Wanderungen. Der Start war bei „B“ 😀
💡 Nicht jeder Gipfel muss erreicht werden. Manchmal ist es die bessere Entscheidung, rechtzeitig umzudrehen und die Tour trotzdem zu genießen.
Sonnenuntergang am Flic en Flac
Nach der Wanderung machten wir noch einen Stopp am Strand von Flic en Flac.
Bis heute gehört dieser Sonnenuntergang zu den schönsten, die wir je erlebt haben. Das Besondere war nicht nur die Farbenpracht am Himmel.
Der Strand bietet nahezu keine Sichtbehinderung. Keine Palmen, keine Felsen und keine Gebäude störten den Blick. Von links bis rechts erstreckte sich ein nahezu ununterbrochenes Panorama über den Indischen Ozean.
Als die Sonne langsam im Meer versank und den Himmel in Orange-, Rot- und Violetttöne tauchte, entstand genau dieses perfekte Sonnenuntergangspanorama, das man normalerweise nur von Postkarten kennt.
Ein Moment, der uns bis heute in Erinnerung geblieben ist.

Fazit
Mauritius war für uns der perfekte Einstieg in die Welt der Fernreisen. Die Insel verbindet Traumstrände, beeindruckende Natur, kulturelle Vielfalt und überraschend viele Möglichkeiten für individuelle Ausflüge. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns die Aussicht vom Piton de la Petite Rivière Noire, die Farben von Chamarel, die Atmosphäre am Grand Bassin und die wunderschönen Sonnenuntergänge von Flic en Flac.
Rückblickend würden wir jederzeit wieder einen Mietwagen wählen. So konnten wir die Insel flexibel erkunden und viele Orte entdecken, die abseits klassischer Ausflugsprogramme liegen. Und ja: Auch die Scheibenwischer beim Linksabbiegen werden wir wahrscheinlich nie vergessen. 😉
Als erste Fernreise hätte Mauritius für uns kaum besser sein können.
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