Beim ersten Besuch waren wir enttäuscht. Beim zweiten Anlauf entdeckten wir die portugiesische Hauptstadt ganz neu – zwischen Aussichtspunkten, Street Art, historischen Gassen und jeder Menge Hügeln.

Manchmal braucht eine Stadt einfach eine zweite Chance.
Bei unserem ersten Besuch in Lissabon lief vieles schief. Wir kamen spät an, verbrachten gefühlt mehr Zeit mit der Parkplatzsuche als mit dem Erkunden der Stadt und fuhren am Ende mit gemischten Gefühlen zurück. Die portugiesische Hauptstadt hatte uns zwar einzelne schöne Momente beschert, aber der berühmte Lissabon-Zauber wollte sich nicht einstellen.
Trotzdem ließ uns die Stadt nicht los.
Während unserer Portugal-Rundreise beschlossen wir deshalb, Lissabon ein zweites Mal zu besuchen. Diesmal mit besserer Vorbereitung, einem festen Parkplatz und genügend Zeit für einen ausgedehnten Rundgang zu Fuß.
❤ Wer regelmäßig mit dem Mietwagen unterwegs ist, kennt das Problem: Nach Stunden voller Eindrücke sehen plötzlich alle Parkhäuser gleich aus. Deshalb fotografieren wir grundsätzlich den Stellplatz. Sieht nicht spektakulär aus, hat uns aber schon mehr als einmal eine längere Suchaktion erspart.
Diesmal sollte alles anders werden
Bereits vorab hatten wir uns das Parkhaus an der Alameda Cardeal Cerejeira ausgesucht. Von hier aus waren die Innenstadt und viele Sehenswürdigkeiten bequem erreichbar, ohne sich durch den dichten Verkehr der Altstadt kämpfen zu müssen.
Und ja, wir machen tatsächlich immer ein Foto vom Parkplatz. Spätestens nach einem langen Sightseeing-Tag weiß man diesen kleinen Trick zu schätzen.
Unser Rundgang begann am Parque Eduardo VII, einer der größten Grünanlagen der Stadt.

Vom Parque Eduardo VII Richtung Altstadt
Schon auf den ersten Metern zeigte sich, warum Lissabon so beliebt ist. Zwischen prächtigen Straßenzügen, kleinen Plätzen und historischen Fassaden lässt sich die Stadt wunderbar zu Fuß erkunden.
Anders als beim ersten Besuch hatten wir keinen Zeitdruck. Statt Sehenswürdigkeiten abzuhaken, wollten wir die Atmosphäre auf uns wirken lassen.

Aussicht über die Dächer von Lissabon
Einer der schönsten Momente des Tages erwartete uns am Jardim de São Pedro de Alcântara. Von diesem Aussichtspunkt blickt man über die Dächer der Stadt bis hinauf zum Castelo de São Jorge. Wer Lissabon verstehen möchte, sollte hier unbedingt eine Pause einlegen.
Die vielen Hügel, die engen Gassen und die unterschiedlichen Viertel lassen sich von hier aus wunderbar erkennen.

Warum wir auf die Tram 28 verzichtet haben

Die berühmte Tram 28 gehört zu den bekanntesten Attraktionen der Stadt. An vielen Haltestellen standen jedoch lange Warteschlangen.
❤ Eigentlich wollten wir uns die berühmte Tram 28 natürlich ansehen. Als wir jedoch die Warteschlangen sahen, war die Entscheidung schnell gefallen. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns ein Kinderwagen, der aus Platzmangel teilweise aus der Bahn hing. Spätestens da war für uns klar: Wir schauen lieber von außen zu.
Rückblickend war das eine unserer besten Entscheidungen. Wir entdeckten kleine Plätze, versteckte Gassen und viele Details, die man aus einer Straßenbahn kaum wahrnimmt.
Deshalb entschieden wir uns bewusst für die entspanntere Variante: Lissabon zu Fuß.

Street Art und die Calçada da Glória

Besonders beeindruckt hat uns die Street Art und die Calçada da Glória.
Die historische Standseilbahn verbindet die Unterstadt mit dem Bairro Alto. Entlang der Strecke begegnet man heute zahlreichen legalen Graffiti- und Street-Art-Projekten.
Hier zeigt sich eine moderne und kreative Seite Lissabons, die viele Besucher gar nicht erwarten.

Chiado und Baixa entdecken

Unser Weg führte uns weiter durch die Viertel Chiado und Baixa.
Historische Gebäude, elegante Plätze und geschäftige Straßen prägen diesen Teil der Stadt. Hier treffen Einheimische, Besucher und Geschäftsleute aufeinander.
Besonders markant ist der Elevador de Santa Justa, der seit über 100 Jahren zum Stadtbild gehört.

Rossio – das Herz der Innenstadt
Kaum ein Platz steht so sehr für das lebendige Lissabon wie der Rossio.
Rund um den Platz herrscht den ganzen Tag über reges Treiben. Straßenkünstler, Cafés und historische Gebäude verleihen dem Zentrum seinen besonderen Charme.
Besonders auffällig ist das geschwungene Wellenmuster des portugiesischen Mosaikpflasters.

Zwischen den Gassen von Alfama
❤ Eigentlich wollten wir unterwegs noch einige Fotos machen. Doch dann zog uns plötzlich ein vertrauter Duft in eine kleine Bäckerei. Frische Pastéis de Nata hatten schon wieder keine Chance gegen unsere guten Vorsätze.
Während wir unser kleines Gebäck-Päuschen genossen, rückten Kamera und Fotoliste kurz in den Hintergrund. Erst deutlich später fiel uns auf, dass wir auf dem Weg zum Castelo einige Motive komplett vergessen hatten.
Vielleicht sind genau das die Momente, an die wir uns später am liebsten erinnern.
Castelo de São Jorge
Natürlich zog es auch uns hinauf zum Castelo de São Jorge. Die Aussicht über die roten Dächer Lissabons ist beeindruckend. Gleichzeitig war dies der Ort, an dem wir den meisten Trubel erlebten. Während wir viele Teile der Stadt erstaunlich entspannt erkunden konnten, drängten sich hier deutlich mehr Besucher durch die Gassen. Für die Aussicht würden wir den Weg trotzdem jederzeit wieder auf uns nehmen.
💡 Trotzdem lohnt sich der Aufstieg allein schon wegen der Aussicht.
Weitere Eindrücke unseres Rundgangs
📍 Unser Rundgang durch Lissabon
Highlights dieser Tour
- Parque Eduardo VII
- Jardim de São Pedro de Alcântara
- Calçada da Glória
- Chiado
- Rossio
- Alfama
- Castelo de São Jorge
👉 Wer unsere komplette Portugal-Rundreise im Oktober nachfahren möchte, findet im Reisebericht weitere Stationen, Tipps und Erfahrungen rund um Lissabon, Sintra und die Atlantikküste.
Bis die Lichter angingen
Als die Sonne langsam tiefer stand, waren wir immer noch unterwegs.
Wir hatten keinen festen Zeitplan mehr, keine Sehenswürdigkeiten auf der Checkliste und keinen Termin, den wir erreichen mussten. Stattdessen liefen wir einfach weiter durch die Straßen der Stadt.
Erst als die Dämmerung einsetzte und die ersten Lichter angingen, machten wir uns langsam auf den Rückweg.
❤ Genau solche Tage bleiben uns oft am längsten in Erinnerung. Nicht die Tage mit den meisten Programmpunkten, sondern diejenigen, an denen man sich einfach treiben lässt.
Fazit
Lissabon hat uns beim zweiten Besuch deutlich mehr begeistert als beim ersten.
Rückblickend lag das wahrscheinlich weniger an der Stadt als an uns selbst. Beim ersten Versuch hatten wir zu wenig Zeit, waren schlecht vorbereitet und wollten zu viel auf einmal. Diesmal ließen wir uns einfach treiben.
Zwischen Aussichtspunkten, Altstadtgassen, Street Art und dem Duft frischer Pastéis de Nata fanden wir genau das, was uns beim ersten Besuch gefehlt hatte. Nach unserem Besuch in Porto war Lissabon bereits die zweite große Stadt auf unserer Portugal-Rundreise im Oktober – und gleichzeitig eine der größten Überraschungen.
Manchmal braucht eben nicht nur eine Stadt eine zweite Chance, sondern auch ihre Besucher.
Eines wissen wir heute ganz sicher: Das war nicht unser letzter Besuch in Lissabon. Porto hat auf dieser Reise zwar unser Herz gewonnen, aber Lissabon hat sich seine zweite Chance mehr als verdient.

